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unternehmensentwickler frank negretti trainer berater coachIch hatte als Jugendlicher in den 80er Jahren kein Mofa. Stattdessen ein Rennrad. 10 Gänge und den Ehrgeiz mich von keinem Mofa überholen zu lassen. Das gelang meist richtig gut und zwar dank der vorhandenen Kondition auch über längere Strecken. Ein einschneidendes Ereignis war mein 18. Geburtstag, der damit verbundene Führerschein und die Nutzung des Alfa Romeos meines Großvaters. Das Rennrad wurde nicht mehr bewegt. Selbst kleine Strecken legte ich nun motorisiert und dadurch schneller und viel cooler zurück.

Die motorisierte hat die Muskelkraft basierende Fortbewegung verdrängt und zwar vollständig und natürlich habe ich diese neue Technologie gerne benutzt, Fahrrad fahren kam nicht mehr in Frage.

Ähnliches bringt uns die digitale Technik. Von „snail mail“ also der Schneckenpost zum Fax, zur Email und zu Messenger Diensten wie WhatsApp, die sogar unabhängig vom Schreibtisch immer dabei sind. Nun wird es spannend, die digital natives sind immer online und zwar gerne und freiwillig. Freundschaften werden über weite Distanzen gepflegt, Verabredungen ad hoc spontan getroffen und vieles mehr. Andere fühlen sich bedroht und leiden unter der Informationsflut, dem zur Antwort per Email getrieben sein, der ständigen Verfügbarkeit sind also zum Sklaven der Technik geworden. Dieselbe Technologie bringt völlig unterschiedliche Ergebnisse zustande und teilweise sogar Ergebnisse die niemand wollte.

Was also tun? Das Rad zurückdrehen ist nicht möglich. Im Gegenteil die Technik entwickelt sich immer rasanter. Entscheidend ist die persönliche Einstellung zum Umgang mit der digitalisierten Welt. Eine gesunde Mischung aus Neugierde und Offenheit einerseits und dann der Klarheit was ich persönlich nutzen will und wie weit ich dabei gehe. Zumindest im privaten Umfeld besteht eine große persönliche Freiheit was ich nutze und wann ich nicht online bin.

Um ein gesundes Bewusstsein zu entwickeln ist meine persönliche Vorgehensweise ein eher spielerischer Zugang. Ein Spiel mit den faszinierenden Möglichkeiten der heutigen Welt. Allerdings mit einem Sicherheitsnetz. Ein Beispiel: Zusätzlich zur Tageszeitung nutze ich mehrere Online Nachrichtendienste. Ob ich nun tags darauf eine Meldung in der Tageszeitung lese oder in Echtzeit sofort, macht in den seltensten Fällen einen Unterschied, aber mein Interesse wird gestillt. Vor kurzem hat mich dann meine Frau darauf aufmerksam gemacht, dass ich nun doch sehr oft diesem Sammeltrieb folge. Das war der wichtige Hinweis das richtige Maß einzuhalten. Mein Sicherheitsnetz, wenn ich mich im Spiel verliere, sind in diesem Fall Menschen aus meinem direkten Umfeld, auf deren Rückmeldung ich Wert lege und die mich zum Nachdenken bringen. Daraus konnte ich ein besseres Verhalten entwickeln und werde nicht mehr von den Möglichkeiten des Internets aufgesogen, sondern entscheide welchen Teil dieser Technologie ich nutze. Sozusagen habe ich die Frage wer ist Ross und wer Reiter sauber geklärt ohne das Ross abzuschaffen.

Dahinter liegt folgendes Prinzip: Jede neue Technologie bringt neue Möglichkeiten und diese möchte ich verstehen. Dazu nutze ich sie – ja auch extensiv. Erst mit meiner Reife in Bezug zum Neuen bin ich in der Lage sinnvolles von unnötigem zu trennen zu bewerten. Das ermöglicht mir vieles zu nutzen, aber nicht durch die Technik getrieben zu werden.

Übrigens besitze ich heute sogar 2 Mountain Bikes, mit denen ich auf spielerische Weise in der Natur unterwegs bin und die auch viel an Stelle des Autos benutzt werden.

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